2016 - Oktober

Quelle: film-kino-text

Donnerstag     06.10.   u.

Freitag             07.10.

20.00 Uhr

Alice und das Meer

Fra. 2014, 97 Min., OmU,

Regie: Lucie Borleteau

Alice fährt zur See. Von Hafen zu Hafen, zwischen dem Leben an Bord inmitten einer rein männlichen Schiffsbesatzung und ihren Gefühlen, die ins Schwanken geraten, versucht die junge Frau, auf Kurs zu bleiben.

Alice (Ariane Labed) fährt zur See. Während ihr Freund an Land bleibt, arbeitet sie als Mecha-nikerin auf einem Frachtschiff. In ihrer Kabine stößt Alice auf ein Büchlein, das ihrem Vorgänger, einem alten Mechaniker gehörte. Bei der Lektüre, zwischen Problemen mit der Maschine, neuen Eroberungen und Liebeskummer, klingt aber etwas nach, das auch Alice verspürt: das Glück und die Traurigkeit in einer Parallelwelt auf See zu leben. Dass sie ihre erste Fahrt nach der Ausbildung ausgerechnet auf der Fidelio unter ihrer ehemaligen großen Liebe, dem Offizier Gaël, hat Folgen. Alte Gefühle brechen wieder auf und sie haben erneut eine Affäre. Aber kann diese Liebe Bestand haben, wenn auf beide ein anderer Partner wartet und auf See die ungebundene Freiheit auf ihnen lastet? Alice liebt das Meer und die unendliche Weite, spürt aber auch, dass die Freiheit ihre Grenzen hat…

Seefahrtsromantik bietet der Debütfilm der französischen Schauspielerin Lucie Borleteau kaum. Bemerkenswert ist aber natürlich, dass sie ihre Geschichte um erotische Freiheit aus dem Blickwinkel einer sehr selbstbewussten jungen „Meer-Frau“ und Maschinistin erzählt. Auf See, in einer Männerwelt, versucht die Hauptdarstellerin ihre Sexualität und ihr Lebensglück neu zu bestimmen. Der in Griechenland geborenen Darstellerin Ariane Labed gelingt diese Odyssee zwischen den Wellen der Liebe und denen des Meeres hervorragend und glaubwürdig.

Preis für die beste Schauspielerin Locarno 2014 für Ariane Labed.

(n. film-kino-text )    (Trailer)  (Filmwebseite/Verleih)

Quelle: film-kino-text

Donnerstag     13.10.   u.

Freitag             14.10.

20.00 Uhr

Hieronymus Bosch -

Schöpfer der Teufel

Nl. 2015, 89 Min., Dok., OmU,

Regie: Pieter van Huystee

Der Film begleitet ein Team von Kunsthistorikern, die versuchen, das Geheimnis von Hieronymus Boschs 25 noch erhaltenen Gemälden zu lüften. Fünf Jahre bereiste ein Forschungsteam die Welt, besuchte dabei Museen wie den LOUVRE, den PRADO und die NATIONAL GALLERY OF ART in Washington, um Boschs Gemälde einer fundierten und tiefgreifenden Analyse zu unterziehen.

Mit modernen Techniken wie Röntgendiagnostik, Infrarot-Fotografie und Spektralanalyse konnten die tieferen Schichten von Boschs Gemälden untersucht und aufschlussreiche und überraschende Fakten über seine Arbeitsweise ans Licht gebracht werden. Das eröffnet dem Zuschauer einen völlig neuen Zugang zu Boschs Werk. Die Forschungsergebnisse werfen vor allem eine Frage auf: Sind tatsächlich alle Werke Boschs von ihm gemalt? Welche Museen haben einen echten Bosch, welche nur eine Fälschung? Die Frage ist brisant, plant das NOORDBRABANTS MUSEUM für 2016 doch anlässlich von Boschs 500-jährigem Todestag eine der bisher umfangreichsten Ausstellungen dieses bedeutenden mittelalterlichen Künstlers. Auch der PRADO besitzt mehrere seiner Meisterwerke und organisiert eine eigene Ausstellung im EL-BOSCO-MUSEUM. So bekommt der Wettlauf um die prestigeträchtigste Auswahl an Bildern auch eine politische Dimension: Wird das NOORDBRABANTS MUSEUM es schaffen, diese Meisterwerke zuerst in die Niederlande zu holen?

Der spannende Film vermittelt nicht nur Kunstinteressierten und Insidern einen aufschlussreichen Einblick in Boschs noch heute so modern wirkendes Werk und den technischen, kommerziellen wie kunsthistorischen Umgang mit seinem Schaffen.  (n. mindjazz-pictures) 

(Trailer und Filmwebseite)

Quelle: mindjazz-pictures
Quelle: Piffl Medien

Donnerstag     20.10.   u.

Freitag             21.10.

20.00 Uhr

El Olivo -

Der Olivenbaum

Spa./Dt. 2015, 99 Min.,

Regie: Icíar Bollaín

Mit Zärtlichkeit, emotionaler Wahrhaftigkeit und tragiko-mischem Humor erzählt der Film die Geschichte einer jungen Frau, die auszieht, das Unmögliche zu versu-chen: Eine Reise, die niemanden unberührt lässt, am wenigsten sie selbst.

Alma ist Anfang 20, rebellisch und impulsiv. Ihre ganze Liebe gilt ihrem Großvater, der nicht mehr spricht, seit die Familie vor Jahren gegen seinen Willen den uralten Olivenbaum verkauft hat, und langsam im Nebel des Alters zu verschwinden droht. Alma beschließt zu handeln: Sie will den Olivenbaum nach Hause zurückholen, um so dem Großvater seinen größten Wunsch zu erfüllen. Doch der Baum steht längst als Symbol für Nachhaltigkeit eingetopft im Atrium eines Düsseldorfer Energiekonzerns. Hals über Kopf stürzt sich Alma in eine Reise, die Don Quijote alle Ehre machen würde. Um so mehr, als die beiden Sancho Pansas, ihr schräger Onkel Alcachofa und ihr still verliebter Kollege Rafa, keine Ahnung davon haben, wie schwierig die Unternehmung ist, auf die sie sich da einlassen…

„EL OLIVO“ ist so klug und emotional, dass er sich anfühlt wie ein Sonnenstrahl, der durch die Bäume leuchtet. Der Film verdient jedes Superlativ der Filmkritik: Filmkunst, die Grenzen sprengt und mit großer Leichtigkeit der Wahrheit und Hoffnung einen neuen Raum schenkt", schrieb die Filmbewertungsstelle ("Besonders Wertvoll"). Und er ist einer der erfolgreichsten spanischen Filme des Jahres. 

(n. Piffl Medien )  (Filmwebseite u. Trailer)

Quelle: Bildersturm Film

Mittwoch      26.10.

20.00 Uhr

Krieg & Spiele

Dt. 2016, 90 Min., Dok., OmU,

Buch / Regie: Karin Jurschick

Was haben Dietrich Oepke, ehemaliger Modellflugmeister der DDR, Dave Anthony, Entwickler von „Call of Duty“ und James Gimzewski, Professor für Nano-Architektur gemeinsam? Sie sind Spieler. Konkret oder virtuell, mit Quadrocoptern, futuristischen Waffen oder künstlicher Intelligenz spielen sie mit den menschlichen und technischen Möglichkeiten. Wie real sind ihre Zukunfts-visionen? Die unbemannten Kriegsroboter der Zukunft sind nach dem Vorbild von Tieren gebaut. Perfekte Maschinen, die im Wasser, an Land und in der Luft die Bewegung jeder Maus und jedes Menschen erfassen. Und sie können töten. Autonom. Diese technische Entwicklung verändert jetzt schon die Kriege und unsere Vorstellungen von Ethik und Moral, verändert auch unsere Stellung als Menschen in der Welt. Werden am Ende die Maschinen sogar die besseren Entscheidungsträger sein?

Karin Jurschicks Film bewegt sich in unterschiedlichen Parallelwelten: den Laboren der Forscher und der Militärs, den „Think Tanks“, in denen Philosophen, Ethiker, Historiker und Militärwissenschaftler über Möglichkeiten und „Moral“ der neuen Kriegswaffen nachdenken. Bei Computerspielern, für die es selbstverständlich ist, ihren Körper und ihre Fähigkeiten virtuell und gefahrlos zu erweitern. Bei Piloten, die lernen müssen, mit ganz neuen Anforderungen fertig zu werden: einer großen Distanz zum Geschehen und gleichzeitig einer neuen „Intimität“ des Tötens, wenn sie ein menschliches „target“ über Wochen heimlich beobachten. Bei Ausbildern, die darin unterrichten, Bilder zu lesen, die weit entfernt entstanden sind, um dann unter Umständen tödliche Entscheidungen zu treffen. Menschen, die mit und unter den neuen Kriegstechnologien leben.  (n. Real Fiction Filmverleih) 

(Trailer und Filmwebseite)

Quelle: Bildersturm Film