2017 - Dezember

Donnerstag     30.11.

Freitag            01.12.

20.00 Uhr

Eine fantastische Frau

Chile/USA/Dt./Spa. 2017,

104 Min.

Buch u. Regie: Sebastián Lelio

Vor vier Jahren begeisterte der Chilene Sebastián Lelio mit GLORIA. In seinem neuen Film stellt er wieder eine Frau in den Mittelpunkt, nur war diese einst ein Mann. Der Film gewann den Preis für das beste Drehbuch auf der diesjährigen BERLINALE.

Marina und Orlando lieben sich und planen eine gemeinsame Zukunft. Sie arbeitet als Kellnerin und singt leidenschaftlich gern, der 20 Jahre ältere Geliebte hat ihretwegen seine Familie verlassen. Doch als die beiden nach Marinas ausgelassener Geburtstagsfeier in einem Restaurant nach Hause kommen, wird Orlando plötzlich leichenblass, reagiert nicht mehr. Im Krankenhaus können die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen. Die Ereignisse überschlagen sich. Marina sieht sich mit den unangenehmen Fragen einer Kommissarin konfrontiert, und Orlandos Familie begegnet ihr mit Wut und Misstrauen. Seine Noch-Ehefrau schließt sie von der Beerdigung aus. Die gemeinsame Wohnung, die auf dem Papier Orlando gehört, soll sie möglichst rasch verlassen. Marina ist eine Transgender-Frau, und die Familie des Verstorbenen fühlt sich durch ihre sexuelle Identität bedroht. Mit der gleichen Energie, mit der sie früher dafür gekämpft hat, als Frau zu leben, pocht Marina nun erhobenen Hauptes auf ihr Recht auf Trauer. Und wenn schon nicht ihre Umgebung, so ist doch der Film ganz auf ihrer Seite und zeigt die zunehmend ins Abseits gedrängte Protagonistin als starke, lebenskluge – fantastische – Frau.

Es ist auch ein Film der Blicke, die sich fast immer auf die von Daniela Vega großartig gespielte Marina richten. Sie verkörpert das ebenso mutige wie berührende Porträt einer Frau, die sich gegen alle Anfeindungen und Widerstände ihre Würde bewahrt.

(n. Piffl - Medien Filmverleih)  ( Trailer u. Filmwebseite )

Quelle: Piffl-Medien

Mittwoch            06.12.      und

Donnerstag    07.12.

20.00 Uhr

TEHERAN TABU 

Dt./Öst. 2016, Animation,

96 Min., FSK 16

Buch / Regie: Ali Soozandeh

Pari, Babak, Sara und Donya leben in der iranischen Hauptstadt Teheran. Um den Lebensunterhalt für sich und ihren fünfjährigen Sohn Elias zu verdienen, arbeitet Pari als Prostituierte und verkauft ihren Körper an einen einflussreichen Richter, der ihr vermeintlich zu einem besseren Leben verhilft. Von einem schöneren Leben träumt auch ihre Nachbarin Sara, die ein gehorsames Hausfrauendasein unter ihrem Mann und seinen strenggläubigen Eltern fristet, aber viel lieber wieder arbeiten gehen würde. Der jungen Donya steht ein ähnliches Schicksal bevor. In wenigen Tagen wird sie heiraten. Trotzdem lässt sie sich auf eine Nacht mit dem jungen Musiker Babak ein und verlangt hinterher von ihm, für eine Operation zu zahlen, die ihre Jungfräulichkeit wiederherstellt. Nur wo soll der arme Student das Geld hernehmen und wie die staatlichen Kontrollorgane umgehen? Vier Schicksale, die eng miteinander verflochten sind, vier Menschen, die alle auf ihre Weise unter den restriktiven Gesetzen des Gottesstaats zu leiden haben. Der Film feierte als provokanter, gesellschaftskritischer Animationsfilm seine Weltpremiere dieses Jahr bei den Filmfestspielen von Cannes. Die Koproduktion ist das Spielfilmdebüt des gebürtigen Iraners Ali Soozandeh, der in Deutschland lebt und auch das Drehbuch schrieb. Gedreht im Rotoskopie-Verfahren mit echten Schauspielern, gelang ihm ein aufwühlender und realistischer Film um vier junge Menschen in Teheran, deren Schicksale bei ihrer verzweifelten Suche nach Freiheit und Glück aufeinanderprallen. Dabei liefert der Ensemble-Film einen kompromisslosen, bislang noch nie gesehenen Einblick in den Alltag des heutigen Iran. Innenansichten eines Lebens zwischen streng religiösen Gesetzen und Unterdrückung einerseits, und Sex, Drogen, Korruption und Doppelmoral andererseits. (n. Camino Filmverleih) 

( Trailer u. Filmwebseite )

Quelle: Camino Filmverleih
Quelle: Neue Visionen Filmverleih / Pallas Film

Donnerstag    14.12.

20.00 Uhr

MACHINES

Ind./Dt./Finnl. 2016, Dok.

72 Min., OmU

Regie: Rahul jain

Der Regisseur Rahul Jain präsentiert mit MACHINES eine sehr intime, aufmerksame Darstellung des Rhythmus des Lebens und der Arbeit in einer gigantischen Textilfabrik in Gujarat, Indien. Die Kamera gleitet förmlich durch die langen Korridore und enormen Tiefen dieser verwirrenden Struktur. Sie entführt den Betrachter an einen Ort der Entmenschlichung von körperlicher Arbeit und intensiver Härte. Hierbei werden sehr fligran Denkanstöße hinsichtlich anhaltender vorindustrieller Arbeitsbedingungen und der großen Kluf zwischen reich und arm generiert. Seit den 1960er Jahren hat sich das Gebiet Sachin im Westen Indiens einer beispiellosen, unregulierten Industrialisierung unterzogen, die in zahlreichen Textilfabriken zum Ausdruck kommt.

MACHINES porträtiert nur eine dieser Fabriken und stellt gleichzeitig Tausende von Arbeitern dar, die tagtäglich in einer Umgebung arbeiten, leben und leiden, der sie nicht ohne Einheit entkommen können. Mit starker Bildsprache, unvergesslichen Bildern und sorgfältig ausgewählten Interviews mit einzelnen Arbeitern erzählt Jain eine Geschichte von Ungleichheit und Unterdrückung, Menschen und Maschinen. (n. Neue Visionen Filmverleih)  ( dt.Trailer unter youtube )

( Filmwebseite engl.)

Quelle: Neue Visionen / Pallas Film

Donnerstag    21.12.

20.00 Uhr

SHORTS ATTACK -

GOLDEN SHORTS

Ein internationales Kurzfilm-programm zum KurzfilmTag.

9 Filme in 90 Minuten: Shorts Attack lädt zu Kurzfilmen, die dieses Jahr weltweit Beachtung auf Festivals fanden, die Publikumslieblinge waren und im November auch beim 33. interfilm Kurzfilmfestival in Berlin das Programm bereicherten: Eine winterliche Bushaltestelle, Ernährung von künstlichem Licht, ein Ladendetektiv und sein Job, ein Schreiender irritiert die Leute, Bomben auf ein Krankenhaus, eine kostenlose Yoga-Stunde und die Folgen, ein Gratiseinkauf im Supermarkt oder ein Zirkus voller Menschen und Aktionen rückwärts…

Kurz und knackig immer auf den Punkt gebracht. Internationale Werke in narrativer Höchstleistung, voller Witz und Fantasie. (n. Interfilm)

Trailer Kurzfilmtag 2017

Kinder - und Familienvorstellung

zu Weihnachten

Quelle: Wild Bunch Germany

Sonntag    24.12.

10.00 Uhr

Pettersson und Findus -

Das schönste Weihnachten

überhaupt

Dt. 2015/16, 82 Min.,

Regie: Ali Samadi Ahadi

Pettersson und Findus sind zwei Tage vor Weihnachten auf ihrem kleinen Hof komplett eingeschneit. Nichts mehr zu essen im Haus und der Weihnachtsbaum fehlt auch noch. Der kleine Kater hat Angst, dass sie das Fest nun gar nicht feiern können. „Weihnachten fällt nicht aus“, verspricht ihm der alte Mann, im Gegenteil „es wird das schönste Weihnachten überhaupt“. Als sie jedoch am nächsten Tag endlich mit ihrem Schlitten in den Wald ziehen können, um den Baum zu schlagen, verletzt sich Pettersson am Fuß, so dass er sich nur noch humpelnd bewegen kann. Sie kehren ohne Baum zurück und der Einkauf der noch fehlenden Leckereien für Weihnachten muss nun auch ausfallen. Leider verbietet es Petterssons Zurückhaltung, die mehrfach angebotene Hilfe seiner Nachbarn anzunehmen. Nachdem Findus bei einem letzten Versuch Weihnachten zu retten sogar ernsthaft in Gefahr gerät und Pettersson erneut jede Hilfe ablehnt, platzt dem kleinen Kater der Kragen. Nun endlich kommt der alte Mann zur Einsicht und gemeinsam basteln sie sich zu Hause ihren ‚eigenen Weihnachtsbaum’. Als sie wieder versöhnt und fröhlich bei einem kargen Weihnachtmahl sitzen, klopft es unerwartet an der Tür und die beiden bekommen große Augen: Draußen stehen ihre Nachbarn mit wundervollen Köstlichkeiten. Nun feiern alle gemeinsam‚ das schönste Weihnachten überhaupt’...

Eine bezaubernde Geschichte über Geben und Nehmen und die Bedeutung von Freundschaft und Nächstenliebe zur Weihnachtszeit. (n. Wild Bunch Germany) ( Trailer und Filmseite Verleih )

Quelle: Wild Bunch Germany
Quelle: Prokino / 24 Bilder

Donnerstag    28.12.

20.00 Uhr

Wie die Mutter,

so die Tochter

Fra. 2016, 94 Min.

Buch / Regie: Noémie Saglio

Wenn die Mutter in ihrem Jugendwahn die Rolle der Tochter und diese die Rolle der Mutter einnimmt, die Tochter schwanger wird und kurz darauf unverhofft auch die Mutter, dann blicken die Männer und Väter nicht mehr durch und das Publikum darf sich auf eine köstlich-komische französische Komödie freuen, in der nicht nur die Hormone verrückt spielen.
Avril (Camille Cottin) und ihre Mutter Mado (Juliette Binoche) sind zwar ein Herz und eine Seele, könnten aber unterschiedlicher nicht sein. Avril, 30, ist verheiratet, angestellt und lebt ihr Leben strikt nach Plan, während die Mutter seit ihrer Scheidung eine zweite Pubertät durchlebt und ihrer Tochter in jeglicher Hinsicht auf der Tasche liegt. Mutter- und Tochterrolle sind komplett vertauscht und als sich die beiden Frauen dann auch noch zur gleichen Zeit schwanger unter einem Dach wiederfinden, ist der Eklat unausweichlich. Denn genauso wenig wie Mado inmitten ihres Jugendwahns bereit ist, erneut Mutter oder gar Oma zu werden, kann Avril sich ihre eigene Mutter als späte Mama vorstellen!

Camille Cottin und Oscar-Preisträgerin Juliette Binoche agieren als ungleiches Mutter-Tochter-Gespann und bringen uns im einen Moment zum Lachen und im nächsten zum Weinen. Ergänzt wird das Duo von den Vätern ihrer Kinder, gespielt von Lambert Wilson und Michaël Dichter. Der Film ist eine berührende und ebenso komische wie tiefgründige Liebeserklärung an alle Mütter und Töchter, und auch die Väter dieser Welt! Auf sehr lebensbejahende Art zeigt diese Komödie, dass  trotz aller Unterschiede in Mutter-Tochter-Beziehungen am Ende das unzertrennbare Band der Liebe alles verbindet.

(n. Prokino Filmverleih / 24 Bilder)       ( Trailer u. Filmwebseite )

Quelle: Prokino Filmverleih / 24 Bilder