2017 - Januar

Donnerstag     05.01.   u.

Freitag             06.01.

20.00 Uhr

Das unbekannte

Mädchen

Belg./Fra. 2016, 106 Min.

Regie: Luc Dardenne  und

           Jean-Pierre Dardenne

In ihrem neuen Film haben die Dardenne-Brüder erstmals einen kleinen Ausflug in Richtung Krimi unternommen, aber sie bleiben dennoch immer ihrem sozialen Anliegen und dem typischen realistischen Stil ihrer Inszenierung treu. Die Hauptrolle haben die belgischen Regie-Brüder der großartigen zweifachen César-Gewinnerin Adèle Haenel übertragen. Der Film feierte seine Weltpremiere im offiziellen Wettbewerb von Cannes 2016 und ist für den europäischen Filmpreis 2016 nominiert.

Der neue Spielfilm der Brüder Dardenne erzählt die Geschichte der jungen Ärztin Jenny (Shooting-Star Adèle Haenel). In Kürze soll sie eine neue wichtige Stelle antreten. Bis dahin jedoch arbeitet Jenny als Vertretung in einer Hausarztpraxis, weil der vorherige Arzt dort in Rente ging. Als es eines Abends schon lange nach der Sprechstundenende an der Tür ihrer Praxis klingelt und eine junge Frau um Hilfe bittet, antwortet Jenny nicht und beschließt, der unbekannten Person nicht zu öffnen. Wenn es wirklich ganz wichtig gewesen wäre, hätte die Unbekannte sich wohl stärker bemerkbar gemacht. So zumindest bedeutet sie es einem noch anwesenden Praktikanten. Am nächsten Tag wird die junge Ärztin von der Polizei erwartet und erfährt, dass eine unbekannte junge Frau ganz in der Nähe tot aufgefunden wurde. Die Bänder einer Überwachungskamera zeigen, dass es sich bei dem Opfer um jene Person handelt, die vorher vergeblich an der Tür der Praxis geklingelt hat. Von Schuldgefühlen geplagt, stellt Jenny private Nachforschungen an, um mehr über die Identität der Verstorbenen herauszufinden… Der Film ist natürlich kein reiner Krimi, sondern folgt dem anstrengenden Alltag einer jungen Ärztin, und gibt dabei einen ungeschönten Blick auf prekäre Lebens- und Arbeitswelten frei. Die Krimi-Elemente sind immer auch einer gesellschaftlichen Relevanz geschuldet und ergeben, wie immer bei den beiden Filmemachern, wichtiges Sozialkino mit spannenden Ergebnissen.

(n. temperclayfilm Verleih)   (Trailer und Filmseite Verleih)

Quelle: Neue Visionen Filmverleih

Mittwoch          11.01.    u.

Donnerstag       12.01.

20.00 Uhr

SAFARI

Österr. 2016, 91 Min.,

Regie: Ulrich Seidl

Dafür ist der österreichische Regisseur, („Paradies“-Trilogie,  „Im Keller“) bekannt und gefeiert. Keiner versteht es eindringlicher den Menschen und dessen oft widersprüchliche Natur,  die ausgefallenen Wünsche, Ob-sessionen,  oder seine allzu menschlichen Eigenheiten bis ins allerletzte zu entlarven.

Seine Bilder faszinieren und fesseln auf ganz besondere Weise. So auch in seinem neuen Film SAFARI, welcher in den Weiten der afrikanischen Savanne die groteske Jagdlust europäischer Großwildfanatiker porträtiert.

Afrika. In den Weiten der Wildnis, dort, wo es Buschböcke, Impalas, Zebras, Gnus und anderes Getier zu Tausenden gibt, machen deutsche und österreichische Jagdtouristen Urlaub. Sie fahren durch den Busch, sie liegen auf der Lauer, sie gehen auf die Pirsch. Dann schießen sie, weinen vor Aufregung und posieren vor ihren erlegten Tieren. Dort wo viele Touristen Afrika besuchen, eine Safari buchen, um die faszinierende Tierwelt begeistert in freier Wildbahn zu beobachten, reicht das einigen eben nicht. Sie wollen nicht nur schauen, sie wollen exotische Vierbeiner erlegen und als Andenken mit nach Hause nehmen, je größer desto besser.

     Ulrich Seidl begleitet einige Jagdtouristen bei ihren Beutezügen und versucht im Gespräch deren Motivation zu ergründen. Ein Urlaubsfilm über das Töten?, nein, ein Film über die menschliche Natur. Ulrich Seidl hat dabei wie immer meisterhaft beobachtet und folgerichtig provokant gefilmt. SAFARI ist aber nicht nur für eingefleischte Seidl-Fans ein Muss!

(n. Neue Visionen Filmverleih)    ( off. KIno-Trailer )

Quelle: Neue Visionen Filmverleih
Quelle: Prokino

Donnerstag     19.01.   u.

Freitag             20.01.

20.00 Uhr

Die Tänzerin

Belg./Fra./Tschech. 2016, 

112 Min.

Regie: Stéphanie Di Giusto

Sie war die berühmteste Tänzerin ihrer Zeit, verehrt wie ein Popstar und hofiert wie eine Königin, doch heute ist Loïe Fuller (1862 – 1928) fast vergessen. Eine Ungerech-tigkeit, die die französische Filmemacherin Stéphanie Di Giusto wettmacht, indem sie der Pionierin des modernen Tanzes ein großes filmisches Denkmal setzt. Sie zeigt Fuller als unvergessliche Rebellin, die im ausgehenden 19. Jh. künstlerische Grenzen sprengte und auch zeigte, was es bedeutet, eine moderne Frau zu sein.

Niemand hätte ahnen können, dass Loïe Fuller (Soko), die Tochter eines Rodeoreiters irgendwo aus dem amerikanischen Westen, zum Star der Belle Époque in Europa werden würde. Unter Metern von Seide, die Arme verlängert durch Holzstäbe, erfand sie ihren Körper auf der Bühne jeden Abend neu und verzauberte das Publikum mit ihrem revolutionären Tanzstil. Mit ihrem magischen Serpentinentanz aus Stoff und Licht wird sie zum neuen Stern am Pariser Nachthimmel und in den Folies Bergère gefeiert, wie keine zweite Künstlerin ihrer Zeit. Ihr schonungsloser Köpereinsatz und das blendende Licht der Bühne schwächen sie zunehmend, doch vom Perfektionismus getrieben, gibt Loïe nicht auf. Unterstützung findet sie in ihren Bewunderern. Der melancholische Adlige Louis fasziniert sie und wird zu einem Seelenverwandten. Die sanfte Gabrielle erdet und umsorgt sie. Die junge, grazile Tänzerin Isadora Duncan (Lily-Rose Depp) beflügelt sie, aber bringt sie auch fast um ihren Verstand. Am Ende muss Loïe ihren Weg alleine gehen, um ihren persönlichen Traum zu leben: das Publikum der Pariser Oper mit ihrem Tanz zu betören. Ein außergewöhnliches Schicksal, ein einzigartiges Leben, eine Frau, die ihrer Zeit voraus war!

So entwirft Di Giusto in faszinierenden Bildern ein Sittenbild der Belle Époque, das Fullers Lebensweg von der Wildnis des amerikanischen Westens bis in die heiligen Hallen der Pariser Oper nachzeichnet. Eine kompromisslose Annäherung an einen genialen Freigeist. Verkörpert wird diese außergewöhnliche Künstlerin, zwischen radikaler Selbstbestimmung und ungewöhnlichen Freundschaften von der französischen Popmusikerin und Schauspielerin Soko.

(n. Prokino Filmverleih)   (Filmwebseite u. Trailer)

Quelle: Prokino

Mittwoch        25.01.      Sonderveranstaltung

bereits 19.00 Uhr !

Der Umweltverein Grünes Haus Gera e.V. lädt gemeinsam mit dem Filmclub Comma e.V. zum Filmabend mit Diskussion ein.

Ein Jahr lang begleitete Herr Gehrold mit seiner Videokamera den Umweltverein Grünes Haus Gera e.V.. In seinem Video wird der Verein vorgestellt und die Akteure berichten über die verschiedenen Aktivitäten und Aktionen im Umwelt- und Naturschutz.

Der anschließende Film "Im Namen der Tiere" von Sabine Kückelmann thematisiert die Tierrechte und den Widerspruch beim Umgang mit Tieren.

Quelle: WFilm

Im Namen der Tiere

Dt. 2015, Dok., 103 Min.,

FSK ab 16, Produktion und

Regie: Sabine Kückelmann

Wir lieben Katzen, Hunde und Pferde, sie sind die besten Freunde des Menschen. Die sogenannten „Nutztiere“ werden dagegen gequält und ausgebeutet. Ein absurder Widerspruch: Dass Fleisch, Milch, Daunen oder Pelze von Tieren mit Charakter und eigenen Bedürf-nissen stammen, die einzig für unsere Zwecke gezüchtet und getötet werden, verdrängen wir erfolgreich. „Im Namen der Tiere“ zeigt die grausame Realität, die durch diese Gleichgültigkeit entsteht und erhebt die Stimme für einen gerechten Umgang mit Tieren. George Bernard Shaw sagte: „Die größte Sünde gegenüber unseren Mitgeschöpfen ist nicht der Hass, sondern die Gleichgültigkeit. Das ist das Wesen der Unmenschlichkeit.“ „Im Namen der Tiere“ ist ein mutiger Dokumentarfilm zum Thema Tierrecht, den die Münchner Fotografin und überzeugte Veganerin Sabine Kückelmann als unabhängige One-Woman-Produktion realisiert hat. Uraufgeführt auf den Internationalen Hofer Filmtagen und ausgezeichnet mit dem „Accolade Award“.

(n. WFilm Verleih) (Trailer)  (Filmseite Verleih)

Interessenten sind herzlich eingeladen, über Möglichkeiten des aktiven Umwelt- und Naturschutz in unserer Stadt mit den Vereinsmitgliedern zu sprechen.    

Kontakt:  Matthias Röder - Tel. 0365 / 800 24 34 , mail: mat.roeder@gmx.de

Donnerstag     26.01.

20.00 Uhr

Die Haymatloz

- Exil in der Türkei

Dt. 2016, Dok., 90 Min.,

teilw. OmU

Regie: Eren Önsöz

Als Hitler an die Macht kommt, müssen unzählige Deutsche aus ihrer Heimat flüchten. Was nur wenige wissen: neben den klassischen Exilländern Amerika, der Schweiz oder England, finden auch in der Türkei viele der Betroffenen Zuflucht.  So werden die meist deutsch-jüdischen Akademiker im Zuge der Hochschulreformen Mustafa Kemal Atatürks eingeladen, die türkischen Universitäten nach westlichem Vorbild zu reformieren. Die Deutschen erhalten Schlüsselpositionen beim Aufbau der jungen türkischen Republik. Ihr Einfluss in den Wissenschaften, der Kunst und Architektur ist bis heute sichtbar. Die Regisseurin Eren Önsöz begleitet fünf Nachfahren dieser Professoren, die ihre Kindheit und Jugend in der Türkei verbracht haben an Schauplätze in der Schweiz, Deutschland und in der Türkei. Dabei spannt der Film einen faszinierenden Bogen zwischen Gestern und Heute und geht der Frage nach, was vom Erbe der Deutschen in der heutigen Türkei übrig geblieben ist.

Haymatloz“, so schrieben es die türkischen Behörden deutschen Exilanten in der Zeit des NS-Regimes in deren Fremdenpässe. Das Wort ging später auch in die türkische Sprache ein. Filmemacherin Eren Önsöz nimmt sich in ihrem Film jener deutschen Flüchtlinge an, denen die Türkei zu Zeiten von Atatürk Tür und Tor öffnete. Viele arbeiteten am Aufbau einer modernen Türkei mit und damit auch an der Erneuerung von Verwaltung, Wirtschaft, Justiz, Bildung und Kultur. Der Film zeigt, dies war damals ein wichtiger Wissens- und Kulturtransfer. Mit ihrem aufrüttelnden Film setzt die Regisseurin diesen Menschen ein Denkmal und beleuchtet zugleich das Thema Flucht, Migration und Misstrauen von einer ganz anderen Seite. Ein ganz wichtiger Film in dieser Zeit und eine spannende Geschichtsstunde dazu.

(n. mindjazz-pictures Filmverleih ) (Trailer)  (Filmseite Verleih)