2017 - November

Quelle: film kino text

Donnerstag    02.11.

20.00 Uhr

Robert Doisneau  

- Das Auge von Paris

Fra. 2016, Dok., 77 Min., OmU

Regie: Clémentine Deroudille

“Robert Doisneau: Das Auge von Paris” erzählt wie ein Kind aus einer Vorstadt von Paris zu einem Superstar der Fotografie wurde. Ein intimes Porträt von Doisneaus Leben und seiner Arbeit – die so eng mit einander verwoben waren, dass er sein leidenschaftliches Künstlersein als Quelle seines Glücks verstand.

Die Regisseurin Clémentine Deroudille ist eine Enkelin von Robert Doisneau (14.4.1912 - 1.4.1994), der Film hat daher einen sehr privaten und familiären Zugang zu bisher unveröffentlichten Materialien aus dem Nachlass. Daneben stehen Interviews mit Doisneau, seinen Freunden und Kollegen und natürlich sein Werk. Seinem Werk entsprechend aber ist Clémentine Deroudilles Film nicht nur ein Film über Robert Doisneau geworden, sondern auch ein Film über Doisneaus wichtigste Sujets, Paris und seine Menschen.

Für alle Freunde der Stadt Paris ist der Film sicher ein Muss. Aber natürlich auch in erster Linie für alle, die in der Fotografie nicht nur die Abbildung des Moments sehen, sondern künstlerische des Mediums fühlen und schätzen. Eine viel beachtete Ausstellung von Fotografien Robert Doisneaus gab es im Gropius-Bau in Berlin Dezember 2016 - Anfang März 2017. Doisneaus Werke nun auch auf der großen Kinoleinwand zu sehen ist ein Erlebnis.

(n. film kino text)  ( dt.Trailer unter youtube ) ( Filmseite/Verleih )

Quelle: film kino text
Quelle: Piffl - Medien

Donnerstag    09.11.      und

Freitag            10.11.

20.00 Uhr

Western

Dt./Bulg./Öst. 2017, 119 Min.

Buch u. Regie: Valeska Grisebach

Eine Gruppe deutscher Bauarbeiter macht sich auf den Weg auf eine Auslandsbaustelle in der bulgarischen Provinz. Das fremde Land und die raue, wenig erschlossene Landschaft wecken die Abenteuerlust bei den Männern. Gleichzeitig sind sie mit ihren eigenen Vorurteilen und ihrem Misstrauen konfrontiert. Das nahe gelegene Dorf wird für zwei der Männer zur Bühne eines Konkurrenzkampfs um die Anerkennung und die Gunst der Dorfbewohner. 

Regisseurin Valeska Grisebach war schon als junges Mädchen vom Genre Western fasziniert. „Als Mädchen habe ich mich mit dem Helden identifiziert und ihn gleichzeitig angeschwärmt, also war ich auch immer etwas ausgeschlossen. Vielleicht war dieser Zwiespalt auch Teil meiner Faszination, mich diesem per se männlichen Genre zuzuwenden. Ich wollte den einsamen, überhöhten, oft melancholischen Männerfiguren aus dem Western näherkommen.“

Valeska Grisebach schildert mit Stilmitteln des klassischen Western einerseits das Fremdsein im fremden Land und gleichzeitig das verhaltene Duell zweier „Alphamänner“ denen die Fremde die Sehnsucht nach einem anderen Leben wachruft. Wunderbare Darsteller und ihre Gesichter bringen dabei eine Wirklichkeit und Wahrhaftigkeit in diesen Film, die im Kino selten so großartig zu sehen ist. So entstand ein hinreißender Film, voller Sinnlichkeit, Spannung und Körperlichkeit, der inzwischen international mit vielen Preisen bedacht wurde.  (n. Piffl - Medien Filmverleih)  ( Trailer u. Filmwebseite )

Quelle: Piffl - Medien

In Kooperation mit dem Stadtjugendring Gera e.V. :

Quelle: Real Fiction Filmverleih

Dienstag    14.11.

20.00 Uhr

MARIJA

Dt./CH 2016, 100 Min.

Buch u. Regie: Michael Koch

Marija, eine junge Ukrainerin, verdient sich ihren Lebensunterhalt als Reinigungskraft in einem Hotel in Dortmund. Sie träumt von einem eigenen Friseursalon, mit dem sie sich selbstständig machen will. Monatlich legt sie etwas Geld beiseite, als die fristlose Kündigung ihr Ziel in weite Ferne rückt. Ohne Arbeit und finanziell unter Druck, sieht sie sich dazu gezwungen, nach anderen Möglichkeiten Ausschau zu halten, wie sie ihrem Traum von Unabhängigkeit näher kommen kann. Dabei ist sie bereit, ihre Lebensweise, ihre Freundschaften und zuletzt die eigenen Gefühle dem erklärten Ziel unterzuordnen. Die Aussicht auf ein eigenes Geschäft, auf ein Leben, in dem nicht andere den Ton angeben, verleiht ihr die nötige Entschlossenheit…

Das Spielfilmdebüt des Schweizer Regisseurs Michael Koch ist das Portrait einer jungen Frau, die am Rand unserer Produktions- und Konsumgesellschaft lebt, sich jedoch nicht auf die ihr zugeschriebene Opferrolle reduzieren lässt. Fordernd, entschlossen und kompromisslos kämpft sie für ein freieres, selbstbestimmtes Leben.

(n. Verleih Filmperlen )  ( Trailer u. Filmseite Verleih )

Quelle: Real Fiction Filmverleih
Quelle: Camino Filmverleih

Donnerstag    16.11.

20.00 Uhr

Stille Reserven

Öst./Dt. 2015/16, 95 Min.

Regie: Valentin Hitz

Wien in der nahen Zukunft. Konzerne haben die Macht übernommen. Die Bevölkerung muss Schulden abtragen, auch über den Tod hinaus. Wer stirbt, wird deshalb in Palliativzentren und Geriatrien in einem unwürdigen Dämmerzustand am Leben erhalten, die Körper werden ausgebeutet. Der einzige Schutz vor einem solchen Schicksal ist eine Todes-versicherung – ein Luxus, über den nicht jeder verfügen kann…

Der Versicherungsagent Vincent Baumann, ein kalter Karrierist, Höriger eines gnadenlosen Systems, wird selber Opfer dieses Systems und der Konzerne, die er vertritt. Degradiert zum Handlanger, strengt er sich verbissen an, zurückzukommen auf den Arbeitsmarkt, kämpft um den Aufstieg. Dabei erkennt er, dass es noch andere Werte gibt als Einkommen und Erfolg. Und er entscheidet sich gegen seine bisherige Weltanschauung, für einen anderen Menschen, für Lisa Sokulowa. Der faszinierenden Aktivistin Lisa Sokulowa auf der Spur, erscheint ihm Widerstand plötzlich als Möglichkeit. Aber die Grenzen sind nicht so eindeutig, wie er bisher angenommen hat. Eine Zukunft haben die beiden nicht. Aber ein kleiner Triumph bleibt ihnen gegen die Übermacht des herrschenden Systems… Genre-Filme haben es im deutschspachigen Kino nie leicht. Dennoch gelingt es Valentin Hitz durch eine sorgfältige Auswahl an Locations und den überzeugenden Einsatz von Effekten eine kühle Zukunftsvision zu erschaffen, die frösteln lässt, in der die Abschaffung des Todes nur eine weitere Facette ist, die Ausbeutung von Menschen zu verlängern.  (n. Camino Filmverleih)  ( Trailer u. Filmwebseite )

Quelle: Camino Filmverleih
Quelle: rise & shine cinema

Mittwoch           22.11.      und

Donnerstag    23.11.

20.00 Uhr

PRE-CRIME

Dt. 2017, 88 Min., Dok., tw. m.UT

Buch u. Regie: Monika Hielscher u. Matthias Heeder

Eine Software, die voraussagt, wo und wann ein Verbrecher zuschlägt. Was nach einem Science-Fiction-Szenario im Stil von MINORITY REPORT klingt, ist in Städten wie Chicago, London oder München längst Realität. Ob wir gefährlich sind oder nicht, wird schon heute von Polizeicomputern entschieden.

Predictive Policing nennt sich die Methode und dieses Zukunftsversprechen ist nicht nur ein positives. Big Data dient dabei als Quelle, die wir selbst kontinuierlich mit persönlichen Informationen füttern.

Da, wo der Film CITIZENFOUR aufhört, geht PRE-CRIME einen Schritt weiter. Die Regisseure Monika Hielscher und Matthias Heeder stellen einige der brennendsten Fragen unserer Zeit: Wie viel Freiheit sind wir bereit aufzugeben für das Versprechen absoluter Sicherheit? Und können wir uns auf das Urteil von Computern und Algorithmen wirklich verlassen?

Der Film reist um die halbe Welt und stellt Menschen vor, die täglich mit dieser Technologie arbeiten und sie weiterentwickeln, aber auch Menschen, die zu Opfern dieser Technologie wurden. PRE-CRIME zeigt: Die Zukunft hat uns längst eingeholt. Faszinierend und furchterregend zugleich dringen utopische Kontrollszenarien immer mehr in unser Leben ein…

(n. rise & shine cinema)  ( Trailer ) u. ( Filmwebseite )

Quelle: rise & shine cinema

Donnerstag    30.11.      und

Freitag            01.12.

20.00 Uhr

Eine fantastische Frau

Chile/USA/Dt./Spa. 2017,

104 Min.

Buch u. Regie: Sebastián Lelio

Vor vier Jahren begeisterte der Chilene Sebastián Lelio mit GLORIA. In seinem neuen Film stellt er wieder eine Frau in den Mittelpunkt, nur war diese einst ein Mann. Der Film gewann den Preis für das beste Drehbuch auf der diesjährigen BERLINALE.

Marina und Orlando lieben sich und planen eine gemeinsame Zukunft. Sie arbeitet als Kellnerin und singt leidenschaftlich gern, der 20 Jahre ältere Geliebte hat ihretwegen seine Familie verlassen. Doch als die beiden nach Marinas ausgelassener Geburtstagsfeier in einem Restaurant nach Hause kommen, wird Orlando plötzlich leichenblass, reagiert nicht mehr. Im Krankenhaus können die Ärzte nur noch seinen Tod feststellen. Die Ereignisse überschlagen sich. Marina sieht sich mit den unangenehmen Fragen einer Kommissarin konfrontiert, und Orlandos Familie begegnet ihr mit Wut und Misstrauen. Seine Noch-Ehefrau schließt sie von der Beerdigung aus. Die gemeinsame Wohnung, die auf dem Papier Orlando gehört, soll sie möglichst rasch verlassen. Marina ist eine Transgender-Frau, und die Familie des Verstorbenen fühlt sich durch ihre sexuelle Identität bedroht. Mit der gleichen Energie, mit der sie früher dafür gekämpft hat, als Frau zu leben, pocht Marina nun erhobenen Hauptes auf ihr Recht auf Trauer. Und wenn schon nicht ihre Umgebung, so ist doch der Film ganz auf ihrer Seite und zeigt die zunehmend ins Abseits gedrängte Protagonistin als starke, lebenskluge – fantastische – Frau.

Es ist auch ein Film der Blicke, die sich fast immer auf die von Daniela Vega großartig gespielte Marina richten. Sie verkörpert das ebenso mutige wie berührende Porträt einer Frau, die sich gegen alle Anfeindungen und Widerstände ihre Würde bewahrt.

(n. Piffl - Medien Filmverleih)  ( Trailer u. Filmwebseite )

Quelle: Piffl - Medien Filmverleih