2018 - Februar

Quelle: film kino text

Donnerstag    01.02.      und

Freitag            02.02.

20.00 Uhr

Die Spur

Pol./Dt./Tsche./Swe./Slov. 2017, 128 Min.

Regie: Agnieszka Holland

Nach ihrem Ausflug in die Welt der Serien meldet sich Agnieszka Holland mit einem subversiven Krimi auf der großen Leinwand zurück. Die Spur spielt in einer Landschaft mit wechselnden Jahreszeiten, deren wilde Schönheit jedoch nicht über Korruption, Grausamkeit und Dummheit ihrer Bewohner hinwegtäuscht. Fest verwurzelt in der Realität der polnischen Provinz, ist der Film so anarchistisch wie seine Heldin. Ein waghalsiger Genremix aus komischer Detektivstory, spannendem Ökothriller und feministischem Märchen, der im Wettbewerb der diesjährigen BERLINALE seine Weltpremiere feierte und mit einem SILBERNEN BÄREN ausgezeichnet wurde.

Duszejko, eine pensionierte Brückenbauingenieurin, lebt zurückgezogen in einem Bergdorf an der polnisch-tschechischen Grenze. Sie ist charismatisch, exzentrisch, eine leidenschaftliche Astrologin und strikte Vegetarierin. Eines Tages sind ihre geliebten Hunde verschwunden. Wenig später entdeckt sie in einer verschneiten Winternacht ihren toten Nachbarn und bei dessen Leiche eine Hirschfährte. Weitere Männer sterben auf mysteriöse Weise. Alle hatten ihren festen Platz in der dörflichen Gemeinschaft, alle waren passionierte Jäger. Haben etwa wilde Tiere die Männer auf dem Gewissen? Oder lässt sich ein Mensch zu einem blutigen Rachefeldzug hinreißen? Irgendwann fällt der Verdacht auf Duszejko ...

(n. film kino text)  ( Trailer und Filmwebseite )

Quelle: film kino text
Quelle: Picture Tree International

Donnerstag    08.02.      und

Freitag            09.02.

20.00 Uhr

Wir töten Stella

Österr. 2017, 98 Min.

Buch und Regie:

Julian Roman Pölsler

Eine Familie. Eine Affäre. Eine junge Frau stirbt.

Die mitschuldige Ehefrau wird gnadenlose Chronistin ihres eigenen Untergangs. Julian Roman Pölsler (DIE WAND) verfilmt mit WIR TÖTEN STELLA  die Vorgeschichte zu DIE WAND und damit erneut einen Stoff der großen österreichischen Schriftstellerin Marlen Haushofer. In den Hauptrollen spielen Martina Gedeck, Matthias Brandt und Mala Emde.

Stella, unerfahren und jung, geht ahnungslos ihrem Untergang entgegen. Sie kommt während ihres Studiums für ein knappes Jahr bei der Familie von Anna (Martina Gedeck) unter. Zur Familie gehören noch Annas Ehemann Richard (Matthias Brandt) und die gemeinsamen Kinder Anette und Wolfgang. Richard, erfolgreicher Anwalt, verführt Stella und lässt sie anschließend fallen. Seine Frau Anna beobachtet die Affäre jedoch anfangs nur mit kühlem Blick. Zu oft hat er sie schon betrogen. Nachdem Richard die junge Studentin auch noch zu einer Abtreibung gezwungen hat, begeht Stella Selbstmord. Anna empfindet angesichts von Stellas Tod zunächst fast Erleichterung. Nicht aus Eifersucht, aber weil die eingespielte Ordnung in der Familie wiederhergestellt scheint. Ihr Gewissen macht Anna aber dann doch zu schaffen und so beschließt sie, ihre Mitschuld an Stellas Tod in einer Niederschrift festzuhalten. Stella wird das Opfer einer kaputten, bürgerlichen Familienidylle, die mit allen Mitteln aufrechterhalten werden muss. Annas Niederschrift der eigenen Mitschuld ist die beklemmende Bestandsaufnahme einer einsamen Heldin, Ehefrau und Mutter.

(n. Neue Visionen Filmverleih)  ( Trailer und Filmwebseite )

Quelle: Picture Tree International
Camino Filmverleih

Donnerstag    15.02.      und

Samstag         17.02.

20.00 Uhr

Die Vierhändige

Dt. 2017, 94 Min., FSK 16

Buch u. Regie: Oliver Kienle

In Oliver Kienles Film müssen die Schwestern Sophie und Jessica mit einem Kindheits-trauma fertig werden – der Ermordung ihrer Eltern. Zudem müssen beide mit dem Verlangen nach Sicherheit, aber auch nach Rache, zurechtkommen. Ein gelunge-ner deutscher Genre-Film, der beeindruckt und in Erinnerung bleiben wird.

Sophie und Jessica wurden als Kinder Zeuge eines brutalen Verbrechens. Jessica, die Ältere, gab daraufhin ihrer jüngeren Schwester Sophie ein Versprechen: „Ich werde immer auf dich aufpassen!“ Doch nach all den Jahren ist aus dem Versprechen eine Besessenheit geworden. Jessica leidet unter Wahnvorstellungen, fürchtet überall eine Bedrohung. Sophie will endlich ihr Leben frei von Ängsten leben, sich eine Karriere als Pianistin aufbauen, sich verlieben. Als herauskommt, dass die Täter von damals nach 20 Jahren wieder auf freiem Fuß sind, ist Jessica entschlossen, sie zu finden. Ein Unfall aber verändert alles und verwandelt Jessicas Versprechen, immer auf ihre kleine Schwester aufzupassen, in einen existentiellen Alptraum…

Durch Kienles mutige aber gelungene Mischung aus Thriller und Arthauskino entstehen immer wieder Brüche, die sich wenig später dennoch logisch erschließen. Das Uneindeutige erhält hier die Spannung und nicht wie so oft bei sogenannten Blockbustern die Vorhersehbarkeit der Ereignisse. Tolle Darsteller, eigenwillige Bildsprache und eine Geschichte abseits ausgetretener Pfade des Genres, macht diesen Film zu etwas besonderem in der deutschen Kinolandschaft.

(n. Camino Film)  ( Trailer und Filmwebseite )

Quelle: Camino Film
Quelle: flumenfilm

nur Donnerstag    22.02.     

20.00 Uhr

66 KINOS

Dt. 2016, Dok., 98 Min.

Kamera / Buch u. Regie:

Philipp Hartmann

Ein Pflichtprogramm für all jene, die noch gerne ins Kino gehen und eine Liebeserklärung an den noch immer besten Ort zum Filme schauen. 66 KINOS portraitiert einige von den 66 deutschen Filmtheatern, die Philipp Hartmann 2014/15 im Rahmen einer Kinotournee mit seinem vorherigen Film besuchte, und lässt dabei vor unseren Augen das vielschichtige Bild einer sehr lebendigen und zugleich in Umbrüchen befindlichen Kinolandschaft entstehen. Trotz vieler Gemeinsamkeiten, wie bspw. die Konsequenzen der Digitalisierung oder sich wandelnde Sehgewohnheiten des Publikums, zeigt sich, dass jedes Kino seine eigenen und vom Engagement der Kinobetreiber gezeichneten Wege findet, sich zu positionieren.

Die kaleidoskopartige und klug konstruierte Betrachtung ganz unterschiedlicher individueller Orte, mit ihren jeweiligen Architekturen und alltäglichen Abläufen, sowie der Menschen, die hinter diesen Kinos stehen, verdichtet sich zu einem Panorama der deutschen Kinolandschaft in ganzer Bandbreite, zwischen Filmclubs, kommunalen Kinos, Programmkinos und Multiplex-Palästen, und einer Reihe weiterer Orte, wo man miteinander und konzentriert Filme schauen kann. Philipp Hartmanns Kinotour ist Aufhänger und nicht Thema dieser Momentaufnahme der deutschen Kinolandschaft. Der Zuschauer reist gemeinsam mit ihm und erlebt die oft menschlich-sympathischen Begegnungen und Szenen mit den Kinomachern. Liebevolle und bisweilen skurrile Beobachtungen am Wegesrand verorten zudem die Kinos in unserer Gesellschaft im gegenwärtigen Deutschland.

Dies macht aus 66 KINOS auch einen persönlich geprägten Essay, der sich erfrischend von klassischen Dokus unterscheidet. Und nicht zuletzt wird in der Begeisterung und der Einsatzfreude der Kinomacher offenkundig: den Tod des Kinos muss man nicht befürchten. So wird dieser Film wie selbstverständlich zum Pflichtprogramm für all jene, die noch gerne und oft ins Kino gehen. Eine Liebeserklärung an den noch immer besten Ort zum Filme schauen.  (n. flumenfilm)  ( Trailer und Filmwebseite )

Quelle: flumenfilm