2018 - JANUAR

Quelle: temperclay Filmverleih

Freitag            05.01.

Samstag         06.01

20.00 Uhr

Die Kanadische Reise

Fra. 2016, 98 Min.,

Buch u. Regie: Philippe Lioret

Regisseur Philippe Lioret erzählt in seinem Film, basierend auf den Familienromanen des Bestseller-Autors Jean-Paul Dubois, die Geschichte des 33-jährigen Mathieu, der seinen leiblichen Vater nie kennengelernt hat. Eines Tages erhält er einen mysteriösen Anruf aus Kanada, sein Vater sei tot und habe ihm ein Päckchen hinterlassen.

Neugierig und erwartungsvoll entschließt er sich zu einer Reise ins Unbekannte. In Montreal erwarten ihn zwei ahnungslose Halbbrüder. Pierre, Überbringer der Todesnachricht und Freund des Verstorbenen, will die Existenz eines weiteren Sohnes geheim halten. Ein Versteckspiel beginnt! Getarnt als Freund Pierres ergründet Mathieu seine Wurzeln und deckt dabei verborgene Familiengeheimnisse auf.

Gut durchdacht, spannend und unaufgeregt schildert Lioret die interessante Geschichte einer Familienkonstellation, getragen von großartigen Darstellern, die zunächst geheimnisbelastet, vom Ende des Schweigens erzählt. (n. temperclay Filmverleih) 

(Trailer auf Verleihseite) (Filmwebseite leider nur b. facebook )

Quelle: temperclay Filmverleih
Quelle: Neue Visionen

Donnerstag    11.01.      und

Freitag            12.01.

20.00 Uhr

Die Flügel der Menschen

Kirgis./Nl./Dt./Fra. 2017, 89 Min.

Regie: Aktan Karym Kubat

Hoch oben in den Bergregionen Kirgisistans geht ein Pferdedieb um. Auf die edelsten Tiere hat er es abgesehen, die den Oligarchen die liebsten Statussymbole sind. Doch dem Pferdedieb geht es nicht um Geld. Er reitet die Tiere in die Freiheit und entlässt sie in die offenen Täler des Alatau-Gebirges – bis sie dort unweigerlich von ihren Besitzern wieder aufgegriffen werden. Zentaur heißt der Pferdedieb, der mit seiner Frau und seinem Sohn in einem kleinen Dorf lebt, in dem es außer dem Gerede der Dorfbewohner nicht mehr viel gibt. Nur sein altes Kino, das heute als Moschee genutzt wird, erinnert noch an die Zeit, als hier Filme aus Russland und Bollywood von einer anderen Welt erzählten. Zentaur sieht mit Sorge, wie sich die Zeiten geändert haben – die Pferde, einst untrennbar mit der Identität und der Freiheit der Kirgisen verwoben, sind heute eine Ware, von menschlicher Profitgier in einen Stall verbannt. Doch die Oligarchen haben Macht und wollen sich nicht länger auf der Nase herumtanzen lassen. Und so wird der Kleinkriminelle Sadyr beauftragt, den Dieb zu fangen und auszuliefern.

Kirgisistans bekanntester und mit zahllosen internationalen Preisen ausgezeichneter Regisseur Aktan Arym Kubat kehrt nach DER DIEB DES LICHTS mit einem neuen Film voll märchenhafter Dichte und Direktheit zurück. Mit Bildern, die uns weit in den Himmel und die wilde Landschaft eintauchen lassen, erzählt DIE FLÜGEL DER MENSCHEN sehr gefühlvoll von der Distanz, die sich zwischen die Gegenwart und die Zeit der Mythen geschlichen hat. 

(n. Neue Visionen Filmverleih)  ( off. Trailer unter youtube )

Quelle: Neue Visionen
Quelle: Alamode Film

Donnerstag    18.01.      und

Freitag            19.01.

20.00 Uhr

Das ist unser Land!

Fra./Belg. 2017, 114 Min.

Buch u. Regie: Lucas Belvaux

Regisseur Lucas Belvaux legt in seinem spannend inszenierten Politdrama die Arbeitsmethoden rechtsextremer Parteien offen und zeigt wie sich anständige, engagierte Menschen allzu leicht vom Populismus einnehmen lassen. Pauline (Émilie Dequenne) arbeitet als Krankenschwester in einer Kleinstadt im strukturschwachen Norden Frankreichs. Sie kümmert sich um ihren Vater und zieht ihre beiden Kinder alleine groß. Sympathisch und aufopferungsvoll wie sie ist, wird sie von allen gemocht. Ihre Glaubwürdigkeit will sich eine aufstrebende nationalistische Partei zu Nutze machen und wirbt sie als Kandidatin für die kommenden Bürgermeisterwahlen an. Der charismatische Arzt Dr. Berthier (André Dussollier) umschmeichelt Pauline und überredet sie zu kandidieren. In ihrem Beruf täglich mit sozialen Missständen konfrontiert, lässt sie sich von seinen populistischen Ansichten mitreißen, in der Hoffnung, in der Lokalpolitik etwas bewirken zu können. Ihr sozialistisch geprägter Vater ist bestürzt über den Gesinnungswandel seiner Tochter. Und diese muss bald erkennen, dass sie nur als hübsches Gesicht der landesweiten Wahlkampagne von Parteichefin Agnès Dorgelle (Catherine Jacob) dienen soll. Hauptdarstellerin Émilie Dequenne, die als Rosetta in dem gleichnamigen Film der Dardenne-Brüder bekannt wurde, vermittelt überzeugend die Ambivalenz einer jungen Frau, die etwas bewegen will. Sie spielt Pauline als liebenswerte junge Frau mit einer authentischen Mischung aus Gutgläubigkeit und Stärke. Ein eindrucksvoller Film, der nach wie vor von höchster Aktualität ist, nicht nur in unserem Nachbarland.

(n. Alamode Filmverleih)  ( Trailer und Filmwebseite )

Quelle: Alamode Film
Quelle: Neue Visionen

Donnerstag    25.01.    und

Freitag            26.01.

20.00 Uhr

Das Grüne Gold

Swe./Dt./Finnl. 2016, 82 Min.

Dok, Regie: Joakim Demmer

Warum exportiert ein von regelmäßig wiederkehrenden Hungersnöten heimgesuchtes Land wie Äthiopien eigentlich Lebensmittel? Regisseur Demmer recherchierte für seinen beeindruckenden und aufklärenden Film nicht nur in Afrika, auch bei NGOs und Lobbyisten reicher Industrie-staaten. Transnationale Land-investitionen als Konjunktur-maschine oder Ausverkauf des eigenen Landes. Die einen hoffen auf große Gewinne und Fortschritt, die anderen verlieren Existenz und Zuhause. Der erschreckenden Wahrheit auf der Spur trifft der schwedische Regisseur Joakim Demmer auf Investoren, Entwicklungsbürokraten, verfolgte Journalisten, kämpfende Umweltaktivisten und vertriebene Bauern. Ein wichtiger und ungeheuerlicher Real-Thriller, der von den scheinbar entlegenen Ecken Äthiopiens über die globalen Finanzmetropolen direkt auf unsere Esstische führt.

Ackerland – das neue grüne Gold. Weltweit wächst die kommerzielle Nachfrage nach Anbauflächen für den globalen Markt, eine der lukrativsten neuen Spielflächen ist Äthiopien. In der Hoffnung auf große Exporteinnahmen verpachtet die äthiopische Regierung Millionen Hektar Land an ausländische Investoren. Der Traum von Wohlstand hat jedoch seine dunklen Seiten: es folgen Zwangsumsiedlungen riesigen Ausmaßes, über 1 Millionen Kleinbauern verlieren ihre Lebensgrundlage, die Böden werden überfordert – die Antwort ist eine Spirale der Gewalt im Angesicht einer paradoxen Umweltzerstörung. Denn zu dieser Entwicklung tragen auch Milliarden Dollar Entwicklungshilfe von Institutionen wie der EU und Weltbank bei. Und wer sich in den Weg stellt, erfährt die harte Hand der Regierung. Dies muss auch der junge äthiopische Umweltjournalist Argaw lernen, der seine Stimme erhebt – und sich damit selbst in Gefahr bringt.

(n. Neue Visionen Filmverleih)  ( off. Trailer unter youtube )

Quelle: Neue Visionen