2018 - Juni

Quelle: mindjazz pictures

(Donnerstag    31.05.      und)

Freitag            01.06.

20.00 Uhr

Kindheit

Norw. 2017, Dok., 90 Min.

Prod. u. Regie: Margreth Olin

Ein idyllischer Ort mitten im Wald – Lebenswelt einer Gemeinschaft von Kindern. Kurz vermittelt sich sogar der Eindruck, dass sie hier ganz auf sich gestellt sind. Doch das Gelände gehört zu einem Kindergarten, der ganz ohne verquere Vorstellungen von frühkindlicher Bildung aus-kommt. Es gilt das Prinzip, dass Kinder von ganz allein lernen. Mit allem, was der Wald hergibt, werden Fantasiefiguren gebaut, Steckenpferde geschnitzt, ganze Küchen eingerichtet. Sie haben keine andere Aufgabe, als zu spielen, mit den anderen und mit der Natur. 

Die Kinder vor Margreth Olins Kamera sind zwischen einem und sieben Jahren alt. Sie spielen, basteln, feiern Geburtstag, tragen ihre Konflikte aus , immer liebevoll begleitet von den Erzieherinnen und Erziehern, die eben gerade nicht erziehen, sondern den Kindern stattdessen erlauben, sich zu entfalten. KINDHEIT dokumentiert einen Blick auf Kinder und einen Umgang mit ihnen, der selbstverständlich sein könnte, inzwischen aber als Ausnahme auffällt. Kompetenzerwerb und Schulwissen sind bereits in den meisten Kindergärten Thema. KINDHEIT zeigt dagegen einen Ort, an dem die Kinder von den Erwachsenen so weit wie möglich in Frieden gelassen werden. Was es bedeutet zu wachsen, lernt man hier in den Wäldern.

Ein stiller Protest sei ihr Film, sagt Margreth Olin. Still vielleicht, aber äußerst wirksam. Man sieht Erziehungsinstitutionen danach mit anderen Augen.   (n. mindjazz pictures)    ( Trailer und Filmwebseite ) 

> in deutscher voice-over Fassung <

Quelle: mindjazz pictures
Quelle: Real Fiction Filmverleih

Donnerstag    07.06.      und

Freitag            08.06.

20.00 Uhr

Reggae Boyz

USA/Dt. 2017, 75 Min.,

Dok., OmU

Buch u. Regie: Till Schauder

REGGAE BOYZ begleitet die jamaikanische Nationalmann-schaft auf ihrem Weg durch die WM-Qualifikation und erzählt die Geschichte der besonderen Verquickung von Musik und Fußball in einem Land, in dem schon Bob Marley die spirituelle Kraft des “schönen Spiels” pries. Im Mittelpunkt steht u.a. die deutsche Trainerlegende Winnie Schäfer und die Reggae Band NO-MADDZ, „deutsche Tugenden“ treffen auf den Spirit Jamaikas.  Jamaika hat eine der höchsten Mordraten weltweit. Aber am 16. 11 1997, als Jamaikas Fußballnationalmannschaft, genannt die REGGAE BOYZ, sich für die Weltmeisterschaft 1998 qualifizierte, wurde kein einziger Schuss im ganzen Land abgegeben. Als die REGGAE BOYZ sich um die Qualifikation für die WM 2014 bemühen, träumt ein Amateurspieler mit Namen “Tuffy” Anderson davon im Nationalteam zu spielen. Tags arbeitet er als Stahlarbeiter, abends steht er auf dem Platz für sein Team in der Amateurliga. Der große Traum Jamaikas, sich wieder für die WM zu qualifizieren, droht aber zu platzen. Nach einer Serie von Niederlagen engagiert Jamaika den schillernden deutschen Trainer Winfried Schäfer, einen weitgereisten Fußballlehrer, der in seiner Heimat schon als Spieler und später auch als Trainer unter dem Spitznamen “Winnie” und auch “Winnie Wahnsinn” eine Legende wurde. Neben dem Team interessiert sich Winnie auch für die lokale Kultur Jamaikas und versucht zu verstehen, wie die Musik, die Religion und der Fußball in Jamaika miteinander funktionieren. Er trifft die lokale Newcomer Band “The No-Maddz” und besucht Bunny Wailer, den einzigen noch lebenden Musiker der Band von Bob Marley, die als “Bob Marley and the Wailers” immer noch weltweit für die Reggae Kultur Jamaikas gefeiert werden. Bunny gibt Winnie Schäfer eine kleine Einführung in die “Vorzüge der Kräuter” und empfiehlt ihm für seine Arbeit: “wenn Du Tuffy mit ins Team nimmst, wird sich alles zum Guten wenden.”… Der Film erzählt die Geschichte einer spannenden und euphorischen Zeit. Till Schauder hat Winnie Schäfer und das Team in seiner Zeit als Trainer von Jamaika aus nächster Nähe begleiten können und Begegnungen mit Bunny Wailer ebenso einfangen können wie die Begegnungen Jamaikas mit dem Team der USA unter dem damaligen Trainer Jürgen Klinsmann. Die Musik der No-Maddz begleitet den Film als score mit einem spirit, der noch lange nachwirkt und im Ohr bleibt. (n. Real Fiction Filmverleih)

( Trailer und Filmseite Verleih )

Quelle: Real Fiction Filmverleih

Sondervorstellung im Rahmen des Festivals

GOLDENER SPATZ  Jugendfilm - Reihe :

Montag            11.06.

20.00 Uhr

Das schweigende

Klassenzimmer

Dt. 2017, 111 Min.,

Buch u. Regie: Lars Kraume

1956: Bei einem Kinobesuch in Westberlin sehen die Abiturienten Theo (Leonard Scheicher) und Kurt (Tom Gramenz) in der Wochenschau dramatische Bilder vom Aufstand der Ungarn in Budapest. Zurück in Stalinstadt entsteht spontan die Idee im Unterricht eine solidarische Schweigeminute für die Opfer des Aufstands abzuhalten. Doch die Geste zieht viel weitere Kreise als erwartet: Während ihr Rektor (Florian Lukas) zwar zunächst versucht, das Ganze als Jugendlaune abzutun, geraten die Schüler in die politischen Mühlen der noch jungen DDR. Der Volksbildungsminister (Burghart Klaußner) verurteilt die Aktion als eindeutig konterrevolutionären Akt und verlangt von den Schülern innerhalb einer Woche den Rädelsführer zu benennen. Doch die Schüler halten zusammen und werden damit vor eine Entscheidung gestellt, die ihr Leben für immer verändert…

DAS SCHWEIGENDE KLASSENZIMMER erzählt ein zutiefst bewegendes Kapitel aus dem Tagebuch des Kalten Krieges, basierend auf den persönlichen Erlebnissen und der gleichnamigen Buchvorlage von Dietrich Garstka – einer der insgesamt 19 ehemaligen Schüler, die 1956 mit einer einfachen menschlichen Geste einen ganzen Staatsapparat gegen sich aufbrachten.

(n. StudioCanal Filmverleih)    ( Trailer unter vimeo

Quelle: StudioCanal
Quelle: film kino text

Donnerstag       14.06.      und

Freitag               15.06.

20.00 Uhr

1000 Arten

Regen zu beschreiben

Dt. 2017, 91 Min.,

Regie: Isa Prahl

Aus schlichter Überforderung durch sein Umfeld und die Gesellschaft verschanzt sich ein Junge in seinem Zimmer und lässt niemand an sich heran. Seine Familie wird dabei auf sich selbst zurückgeworfen. Ein spannendes, ungewöhnliches und mutiges Drama einer Familie.

Seit vielen Wochen ist die Tür zu: Mike, gerade 18 geworden, hat sich eingeschlossen. Er ist nicht krank. Er hat sich bewusst dazu entschieden, am Leben draußen nicht mehr teilzunehmen. Die Eltern Susanne (Bibiana Beglau) und Thomas (Bjarne Mädel) sowie Schwester Miriam (Emma Bading) stehen buchstäblich vor seiner Tür ˗ warten, fragen, fordern, flehen, rasten aus, verzweifeln, beschuldigen, ignorieren und hoffen. Dabei wird die Tür zwischen ihnen und Mike mehr und mehr zum Spiegel ihrer eigenen Geschichten. Je mehr sie nach Mikes Gründen forschen oder vor ihrer eigenen Ohnmacht fliehen, desto deutlicher werden ihnen ihre eigenen Verkettungen mit einem Leben, das sie nie wirklich hinterfragt haben, und das sie dem entsprechend nie wirklich bewusst angenommen haben. Mikes jüngere Schwester Miriam, die auch gerade mit den Herausforderungen und Zumutungen des Erwachsenwerdens konfrontiert wird, scheint ihren Bruder zu verstehen. Von ihrer Arbeit assimilierte Eltern taugen nicht mehr als Vorbilder für ein Leben. Das macht es Jugendlichen nicht leicht ihren Weg zu finden. Am Ende erkennen alle drei, dass sie es sind, die Mikes Zurückgezogen sein erst ermöglichen, und dass sie Mike helfen müssen, damit er noch einmal ganz für sich in die Welt finden kann.  Hintergrund: Der Film bezieht sich auf das japanische Phänomen Hikikomori, das sich zunehmend auch in Westeuropa verbreitet. In Japan soll es bereits mehr als 1 Millionen Jugendliche geben, die sich von der Gesellschaft zurückziehen und sich über Wochen, manchmal Monate in ihr Zimmer einschließen. Die Gründe liegen zumeist in einem Gefühl der Überforderung, in der Versagensangst, den Erwartungen und Verantwortlichkeiten des Erwachsenenlebens nicht standhalten zu können oder Mobing-Erfahrungen. Leistungsdruck, sozialer Druck, aber auch Entscheidungsdruck drängen in dieser Phase der Selbstfindung schließlich in die Isolation. 

(n. Verleih film kino text)  ( Trailer unter vimeo ) ( Trailer und Filmseite Verleih )

Quelle: film kino text

Donnerstag         21.06.

20.00 Uhr

Blanka

Ita./Jap./Phil. 2016, 75 Min.,

Buch u. Regie: Kohki Hasei

In diesem mehrfach preis-gekrönten Film schlägt sich ein Straßenmädchen in Manila durch die Stadt und durchs Leben, getrieben vom Willen Geld zu sparen, um sich irgendwann eine Mutter „zu kaufen“. Geborgenheit findet sie jedoch an einer ganz anderen Stelle… Die elfjährige Waise Blanka lebt in den Straßen Manilas und hält sich mit Betteln und Diebstählen über Wasser. Eines Tages sieht sie in den TV-Nachrichten, dass eine berühmte Schauspielerin ein Kind adoptiert hat, um ihm ein sorgenfreies Leben zu ermöglichen. Fortan ist Blanka von dem Gedanken besessen, sich eine Mutter zu kaufen, um auch in die Schule gehen zu können, in einem schönen Haus zu wohnen und ein glückliches Leben zu führen. Doch woher das Geld nehmen, wenn nicht stehlen? Eine Gelegenheit eröffnet sich ihr, als sie den blinden Straßenmusiker Peter kennenlernt. Blanka und er unterstützen sich gegenseitig dabei, das Leben auf der Straße zu meistern. Während das kleine Mädchen Peter hilft, Geld von seinem Publikum einzusammeln, gibt er ihr Gesangsunterricht. Blanka, die eine wunderschöne Stimme hat, erfährt zum ersten Mal in ihrem Leben, dass sie mehr kann als stehlen. Indes sorgt sich Peter um Blankas Zukunft und denkt darüber nach, sie in einem Waisenhaus unter zu bringen. Als Blanka von seinen Absichten erfährt, rennt sie weg. Wieder auf der Straße, beginnt sie erneut zu stehlen. Doch als die Situation zu eskalieren droht, taucht Peter auf... Getragen von großartigen Laiendarstellern erzählt dieser Film die hoffnungsvolle Geschichte eines Mädchens. Bereits früh muss sie erwachsen werden, aber trotz aller Umstände hat sie sich ihren kindlichen Zauber erhalten. Kohki Haseis Film, verwurzelt in einem prekären Umfeld, zwingt ihre Protagonisten in ihrem Überlebenskampf oft zwischen zwei Übeln zu wählen. Dennoch lässt er immer wieder Zärtlichkeit und Humor durchblicken und erinnert den Zuschauer damit an seine urmenschlichsten Sehnsüchte: wir wollen dazugehören und geliebt werden.    (n. Der Filmverleih)    ( Trailer und Filmseite Verleih

Quelle: Der Filmverleih
Quelle: Polyband Filmverleih

Freitag                  22.06.

ab 21.30 Uhr,  

im Zelt Vorplatz am Kuk

Das Grüne Wunder

- Unser Wald

Dt. 2012, Dok., 93 Min.,

Regie: Jan Haft

Er liegt ganz in unserer Nähe, aber eröffnet bei genauem Hinsehen eine völlig neue Welt: Mit seinen edlen, poetischen Bildern ist der Kinofilm DAS GRÜNE WUNDER – UNSER WALD eine spektakuläre Entdeckungsreise durch den bekanntesten, schönsten und vielfältigsten heimischen Lebensraum, den Wald. Intime Verhaltensbeobachtungen wohl vertrauter Arten wie Fuchs, Wildschwein und Rothirsch wechseln mit den Geschichten der eher skurrilen Waldbewohner, darunter Schillerfalter, Blattläuse, Lebermoose, Rote Knotenameisen, Hirschkäfer und Lerchensporn. So entsteht ein raffiniertes naturkundliches Puzzle, das dem romantischen Mythos Wald ganz greifbaren Zauber verleiht.

Mit diesem Film liefert der renommierte Naturfilmer Jan Haft eine einzigartige Bestandsaufnahme der Artenvielfalt im deutschen Wald. Während einer Drehzeit von insgesamt sechs Jahren (2005 – 2011) waren die international vielfach ausgezeichneten Kameramänner schwer filmbaren Motiven auf der Spur. Dabei verbrachten sie gut 100 Nächte im Tarnzelt und sammelten mit den neuesten Filmtechniken über 250 Stunden Filmmaterial. Erzählt von Grimme-Preisträger Benno Fürmann ist DAS GRÜNE WUNDER eine wissenschaftlich exakte und emotional packende Einladung, die aufregenden Lebensformen unseres Waldes mit geschärftem Bewusstsein neu zu entdecken.

(n. Polyband Verleih)  ( Trailer unter youtube )

Quelle: Polyband Filmverleih
Quelle: imFILM Verleih

Donnerstag          28.06.      und

Freitag                  29.06.

20.00 Uhr

Camino a La Paz

Argent./Nl./Dt. 2016,

94 Min., OmU, Buch u. Regie: Francisco Varone

CAMINO A LA PAZ ( Der Weg nach La Paz,  oder doppel-deutig: Der Weg zum Frieden) ist ein warmherziges Road-movie, in dem sich der ziellose Sebastián und der alte Moslem Jalil auf eine 3.000 Km lange Tour de Force von Buenos Aires nach La Paz begeben, umrahmt von uner-warteten Ereignissen und Begegnungen prallen diese beiden unterschiedlichen Charaktere aufeinander, nerven sich, und finden schließlich doch zueinander – und zu sich selbst. Und ganz nebenbei zeigt der Film eine unaufgeregte, freundliche islamische Kultur im südamerikanischen Alltag – ein heilsamer Gegenentwurf zu dem Islam-Bild, das man hierzulande aus den Medien kennt.

Sebastián (35) hat nur zwei große Leidenschaften: Seine Lieblings-Rockband Vox Dei und sein in die Jahre gekommener Peugeot 505. Frisch verheiratet mit Jazmín und knapp bei Kasse, gerät er durch Zufall an einen Job als Mietchauffeur. Zu seinen Fahrgästen gehört Jalil, ein älterer Moslem, der eines Morgens einen ausgefallenen Vorschlag macht: Für einen stattlichen Betrag soll Sebastián ihn von Buenos Aires ins bolivianische La Paz fahren. Widerwillig und voller Zweifel lässt sich Sebastián auf die Reise ein, die der alte Mann in allen Einzelheiten geplant hat. Der Trip ist komplizierter als gedacht, und Sebastián ist schnell genervt von Jalil, denn der alte Mann hat einige Marotten. Nicht nur, dass er ständig im Auto isst, andauernd auf die Toilette muss, betet, arabische Musik hört und ungefragt fremde Menschen oder auch Hunde zum Mitreisen einlädt – auch das riesige, lautstarke Dialysegerät, das Sebastián auf das Dach seines geliebten Autos schnallen muss und von dem Jalils Leben abhängt, ist mehr als irritierend. Erst nach und nach nähern sich die beiden Männer an und Sebastián beginnt zu ahnen, dass diese Fahrt mit jeder Beule, die sein Auto bekommt, für ihn immer mehr zu einem Trip zu sich selbst wird… Ein humorvoller Film über spätes Erwachsenwerden, eine anrührende Begegnung zwischen einander fremden Kulturen, und eine Odyssee zur Erkenntnis. Diese wunderbare Geschichte über die Begegnung zweier gegensätzlicher Menschen, zweier Kulturen und zweier Arten, auf dieser Welt zu leben gibt ebenso eine gelungene Gelegenheit, voneinander zu lernen – im Film, wie im Leben.

(n. imFILM Verleih)  ( Trailer unter youtube ) ( Trailer und Agenturseite )

Quelle: imFILM Verleih