2018 - Mai

Freitag            04.05.

20.00 Uhr

Vor dem Frühling

Georg./Dt./Fra. 2017, 98 Min.

Regie: George Ovashvili

In dichten Bilderströmen und im wechselvollen Takt von Aufbruch und Stillstand erzählt VOR DEM FRÜHLING eine poetische Geschichte über die Zusammen-hänge von Macht und ihre Auswirkungen auf die Menschen. Regisseur George Ovashvili kehrt nach DIE MAISINSEL mit einer allegorischen Reise in die Tiefen der menschlichen Seele und in die Schönheit und Urgewalt der Natur zurück. Dabei erzählt der Film die Geschichte des abgesetzten georgischen Präsidenten, der mit den letzten seiner treuen Anhänger in die Berge flieht. Regisseur Ovashvili wandelt gekonnt einen historischen Stoff zu einer philosophischen Parabel.

Der Präsident, einst Volksheld und Befreier seines Landes, wird entmachtet und muss in die wilde Gebirgsregion seiner Heimat flüchten, begleitet nur von einer Handvoll treuer Anhänger. In der Hoffnung auf loyale Unterstützer zu stoßen und die Macht wiederzuergreifen, ziehen sie über schneebedeckte Berge und unwegsame Pässe, durch tiefe Wälder und reißende Ströme – voll Schönheit und Gefahren. Durch den ständigen Wechsel der Verstecke versucht die Gruppe, ihren Gegnern zu entkommen, doch ein unsichtbarer Verfolger setzt sie unter unerschütterlichen psychologischen Druck. Die allumschließende Natur, ihr Zufluchtsort, stellt sich als unberechenbare Gewalt heraus, die sich jederzeit gegen sie wenden kann. Und auch nicht jedes abgelegene Heim ist von verbündeten Seelen bewohnt. Die Reise wird zu einer rastlosen – zwischen Vertrauen und Misstrauen, zwischen Hoffnung und Zweifel. Wem kann der Präsident noch trauen? Seine Träume, die Vergangenes heraufbeschwören, beginnen sich mit der Wirklichkeit zu verweben. Langsam verschwimmt das Ziel vor seinen Augen und das frühere Staatsoberhaupt muss sich einer folgenschweren Entscheidung stellen.

(n. Neue Visionen Verleih)    ( Trailer unter vimeo )

Quelle: Neue Visionen
Quelle: temperclay film

Freitag           11.05.      und

Samstag        12.05.

20.00 Uhr

Das Mädchen

aus dem Norden

Swe./Norw./DK 2017, 110 Min.

Buch u. Regie: Amanda Kernell

Schweden in den 1930er-Jahren: Das 14-jährige Sámi-Mädchen Elle Marja stammt aus einer Familie von Rentierzüchtern. In der Schule ist sie Vorurteilen und Diskriminierungen ausgesetzt. Sie lernt, sich der schwedischen Kultur anzupassen. Immer mehr löst sich Elle Marja von ihrer Familie und der samischen Tradition, um ein neues Leben zu beginnen.

Im Schweden der 1930er-Jahre besucht die angehende Rentierzüchterin Elle Marja mit ihrer Schwester die Internatsschule in Lappland. Sie gehört dem Volk der Samen an, deren Alltag von Vorurteilen und Ausgrenzung geprägt ist. Elle Marja bemüht sich um die Anerkennung ihrer Lehrerin in der Hoffnung, so ihrem Traum von einem freien Leben näher zu kommen. Als an der Schule erniedrigende, rassen-biologische Untersuchungen durchgeführt werden, entscheidet sie sich für einen radikalen Schritt: Das intelligente, willensstarke und rebellische Mädchen bricht mit ihrer Familie und macht sich auf den Weg nach Uppsala, um eines neues, unabhängiges Leben zu führen. 

Kernells eindrucksvoller Film erzählt die spannende Emanzi-pationsgeschichte eines jungen Mädchens. Dabei entstehen interessante Einblicke in die Traditionen des samischen Volkes und seiner Kultur und ihre Stellung innerhalb der schwedischen Gesellschaft. (n. temperclay film Verleih)    ( Trailer unter vimeo ) ( Filmseite Verleih )

Quelle: temperclay film
Quelle: missingFILMs

Donnerstag    17.05.      und

Freitag            18.05.

20.00 Uhr

Layla M.

Nl./Belg./Dt. 2017, 100 Min.

Regie: Mijke De Jong

Die junge Muslima Layla lebt in Amsterdam. Auf der Suche nach eigener Identität und nicht zuletzt aus persönlicher Verunsicherung durch ihr Lebensumfeld, flüchtet sie sich in den radikalen Islam. Ein bedrückend realer aber behutsam erzählter Film, der Eindruck und Beklemmung hinterlässt, gerade weil er mit viel Feingefühl und mensch-licher Nähe die Faszination des Fanatismus und die Folgen beschreibt.

Layla ist ein 18-jähriges Mädchen, geboren und aufgewachsen in Amsterdam. Sie ist klug, launisch, dickköpfig und marokkanischer Herkunft. In Zeiten ständiger terroristischer Bedrohung, hat sie mit dem steigenden Argwohn gegenüber kopfbedeckten Frauen mit Kopftuch und bärtigen Männern zu kämpfen, den sie tagtäglich miterleben muss. Doch die anwachsende Frustration, stärkt ihren Glauben. Im Zuge dessen tritt sie einer muslimischen Gruppe bei, die für die islamische Freiheit kämpft. Layla veröffentlicht Filme im Internet und erstellt politische Flyer, die den syrischen Horror und die Grausamkeiten in Gaza zeigen - und gleichzeitig flirtet sie mit dem charismatischen Abdel. Als ihr friedvoller Bruder und sie von der Polizei verhaftet werden, bleibt der gefühlsverletzten und in Angst verlorenen Layla keine andere Möglichkeit den Konflikten mit ihren Eltern zu entfliehen, als von Zuhause wegzulaufen. Sie will sich verheiraten, mit Abdel. Nach ihrer Hochzeit streichen sie durch das Land, arbeiten als Missionare und sammeln Geld für einen guten Zweck. Als sie jedoch nur knapp einem Kommando der belgischen Polizei entkommen, fliehen sie in den Mittleren Osten. Layla betritt eine Welt, die zwar ihre Ideen nährt, sie jedoch vor eine unmögliche Wahl stellt…  (n. missingFILMs)   

( Trailer und Filmseite Verleih )

Quelle: missingFILMs

Aufgrund vieler Anfragen nochmals in unserem Programm:

Vorstellungen in Kooperation mit der Gruppe Die Kontinuierlichen aus Gera

Quelle: Alamode Filmverleih

Donnerstag    24.05.      und

Freitag            25.05.

20.00 Uhr

Das ist unser Land!

Fra./Belg. 2017, 114 Min.

Buch u. Regie: Lucas Belvaux

Regisseur Lucas Belvaux legt in seinem spannend inszenierten Politdrama die Arbeitsmethoden rechtsextremer Parteien offen und zeigt wie sich anständige, engagierte Menschen allzu leicht vom Populismus ein-nehmen lassen.

Pauline (Émilie Dequenne) arbeitet als Krankenschwester in einer Kleinstadt im struktur-schwachen Norden Frankreichs. Sie kümmert sich um ihren Vater und zieht ihre beiden Kinder alleine groß. Sympathisch und aufopferungsvoll wie sie ist, wird sie von allen gemocht. Ihre Glaubwürdigkeit will sich eine aufstrebende nationalistische Partei zu Nutze machen und wirbt sie als Kandidatin für die kommenden Bürgermeisterwahlen an. Der charismatische Arzt Dr. Berthier (André Dussollier) umschmeichelt Pauline und überredet sie zu kandidieren. In ihrem Beruf täglich mit sozialen Missständen konfrontiert, lässt sie sich von seinen populistischen Ansichten mitreißen, in der Hoffnung, in der Lokalpolitik etwas bewirken zu können. Ihr sozialistisch geprägter Vater ist bestürzt über den Gesinnungswandel seiner Tochter. Und diese muss bald erkennen, dass sie nur als hübsches Gesicht der landesweiten Wahlkampagne von Parteichefin Agnès Dorgelle dienen soll.

Hauptdarstellerin Émilie Dequenne, die als Rosetta in dem gleichnamigen Film der Dardenne-Brüder bekannt wurde, vermittelt überzeugend die Ambivalenz einer jungen Frau, die etwas bewegen will. Sie spielt Pauline als liebenswerte junge Frau mit einer authentischen Mischung aus Gutgläubigkeit und Stärke. Ein eindrucksvoller Film, der nach wie vor von höchster Aktualität ist, nicht nur in unserem Nachbarland.  (n. Alamode Filmverleih) 

( Trailer und Filmwebseite )

Quelle: Alamode Filmverleih
Quelle: mindjazz pictures

Donnerstag    31.05.      und

Freitag            01.06.

20.00 Uhr

Kindheit

Norw. 2017, Dok., 90 Min.

Prod. u. Regie: Margreth Olin

Ein idyllischer Ort mitten im Wald – Lebenswelt einer Gemeinschaft von Kindern. Kurz vermittelt sich sogar der Eindruck, dass sie hier ganz auf sich gestellt sind. Doch das Gelände gehört zu einem Kindergarten, der ganz ohne verquere Vorstellungen von frühkindlicher Bildung aus-kommt. Es gilt das Prinzip, dass Kinder von ganz allein lernen. Mit allem, was der Wald hergibt, werden Fantasiefiguren gebaut, Steckenpferde geschnitzt, ganze Küchen eingerichtet. Sie haben keine andere Aufgabe, als zu spielen, mit den anderen und mit der Natur. 

Die Kinder vor Margreth Olins Kamera sind zwischen einem und sieben Jahren alt. Sie spielen, basteln, feiern Geburtstag, tragen ihre Konflikte aus , immer liebevoll begleitet von den Erzieherinnen und Erziehern, die eben gerade nicht erziehen, sondern den Kindern stattdessen erlauben, sich zu entfalten. KINDHEIT dokumentiert einen Blick auf Kinder und einen Umgang mit ihnen, der selbstverständlich sein könnte, inzwischen aber als Ausnahme auffällt. Kompetenzerwerb und Schulwissen sind bereits in den meisten Kindergärten Thema. KINDHEIT zeigt dagegen einen Ort, an dem die Kinder von den Erwachsenen so weit wie möglich in Frieden gelassen werden. Was es bedeutet zu wachsen, lernt man hier in den Wäldern.

Ein stiller Protest sei ihr Film, sagt Margreth Olin. Still vielleicht, aber äußerst wirksam. Man sieht Erziehungsinstitutionen danach mit anderen Augen.   (n. mindjazz pictures)    ( Trailer und Filmwebseite ) 

> in deutscher voice-over Fassung <

Quelle: mindjazz pictures