2019 - MÄRZ

(Do. 28.02. / Fr. 01.03. sind aus organisatorischen Gründen         leider keine Vorstellungen möglich )

Quelle: Kairos Filmverleih

Donnerstag             07.03.

Freitag                     08.03.

20.00 Uhr

Ab heute

sind wir ehrlich"

Ital. 2017, 92 Min., OmU

Regie: Salvo Ficarra u.

Valentino Picone

Die Kleinstadt Pietrammare in Sizilien leidet unter der Misswirtschaft des langjährigen korrupten Bürgermeisters Gaetano Patanè, der alle Tricks kennt und politische Gegner rechtzeitig auszuschalten versteht. Bei den anstehenden Wahlen traut sich einzig der integre, aber unerfahrene Lehrer Pierpaolo Natoli als Außenseiter gegen ihn anzutreten. Patanè ist siegessicher, doch das Wunder geschieht: Die Einwohner haben die Nase voll von Korruption und wählen Natoli zum neuen Bürgermeister. Der hält sein Wahlversprechen und regiert die Stadt ab sofort kompromisslos nach den Prinzipien von Ordnung, Ehrlichkeit und Gesetzestreue. Das hatte natürlich niemand erwartet. Schon bald ebbt die Begeisterung ab und die ersten Bürger fordern die Rückkehr zum alten, bequemeren System…

Das sizilianische Komikerduo Salvo Ficarra und Valentino Picone, stets gemeinsam als Autoren, Regisseure und Hauptdarsteller ihrer Filme tätig, ist in Italien ungemein populär. Mit der frechen politischen Satire Ab heute sind wir ehrlich haben die beiden wieder einmal voll ins Schwarze getroffen. "Wir wollten das heutige Italien porträtieren und unsere Figuren mit ihrer Sehnsucht nach Einhaltung der Gesetze und Regeln auf die Probe stellen. Denn wie sich zeigt, ist der Weg zu Recht und Ordnung ein Weg voller Hindernisse. … Denn in jedem von uns steckt ein Stückchen Rechtswidrigkeit, an die wir gewöhnt sind und von der wir vielleicht sogar ganz vergessen haben, dass sie da ist." (die Regisseure) Der Film verzeichnete schon am Startwochenende in Italien über 500.000 Besucher und wurde dort zum größten Komödienerfolg im Jahr 2018. (n. Kairos Filmverleih ) 

 ( Trailer unter cinehits.de )

Quelle: Kairos Filmverleih
Quelle: Weltkino Filmverleih

Donnerstag          14.03.

20.00 Uhr

Drei Gesichter

Iran 2018, 100 Min.

Regie: Jafar Panahi

Die bekannte iranische Schauspielerin Behnaz Jafari erhält eine Videobotschaft eines weiblichen Fans. Doch sie ist entsetzt, als sie das Video des Mädchens namens Marziyeh sieht, das sie angeblich schon mehrfach kontaktiert und um Hilfe gebeten hat. Wie sie in dem kurzen Film erklärt, möchte die Jugendliche auf eine Schau-spielschule gehen, was ihre Eltern jedoch untersagen. Da Marziyeh am Ende ihres Clips offenbar eine Verzweiflungstat begeht, beschließt Behnaz Jafari der Sache auf den Grund zu gehen. Gemeinsam mit ihrem Freund, dem Regisseur Jafar Panahi, macht sie sich auf die Suche nach dem Mädchen. Die Reise in den Norden des Landes bringt überraschende Begegnungen: Dorfbewohner, die einspurige Bergstraßen mit cleveren Hupecodes passierbar machen; alte Frauen, die in ausgehobenen Gräbern Probeliegen, oder potente Zuchtbullen, die den Weg versperren. Im abgelegenen Bergdorf des Mädchens angekommen, versuchen die beiden das Geheimnis um das Video endlich zu lösen und erleben schließlich eine große Überraschung.

Nach seinem BERLINALE-Gewinner-Film „Taxi Teheran“, der seinerzeit die Zuschauerherzen im Sturm eroberte, nimmt uns Jafar Panahi in seinem liebevollen Road-Movie DREI GESICHTER nun erneut mit auf eine pointenreiche Fahrt durch seine Heimat Iran. Mit Herzlichkeit und Humor gelingt dem iranischen Regisseur ein hoffnungsvolles Plädoyer für Freiheit und Menschlichkeit, wie es aktueller und globaler nicht sein könnte. Die Zuschauer können sich auf ein intelligentes Kinovergnügen freuen, das in Cannes die Palme für das Beste Drehbuch gewinnen konnte.  (n. Weltkino Filmverleih ) 

( Trailer und Filmseite Verleih )

Quelle: Weltkino Filmverleih
Quelle: Alamode Filmverleih

Donnerstag             21.03.

Freitag                     22.03.

20.00 Uhr

Capernaum

- Stadt der Hoffnung

Libanon 2018, 123 Min.,

Buch u. Regie: Nadine Labaki

Zain (Zain Al Rafeea) ist gerade einmal zwölf Jahre alt. Zumindest wird er auf dieses Alter geschätzt. Der Junge hat keine Papiere und die Familie weiß auch nicht mehr genau, wann er geboren wurde. Nun steht er vor Gericht und verklagt seine Eltern, weil sie ihn auf die Welt gebracht haben, obwohl sie sich nicht um ihn kümmern können. Dem Richter schildert er seine bewegende Geschichte: Was passierte, nachdem er von zu Hause weggelaufen ist und bei einer jungen Mutter aus Äthiopien Unterschlupf fand und wie es dazu kam, dass er sich mit ihrem Baby mittellos und allein durch die Slums von Beirut kämpfen musste.

Ein Kind klagt seine Eltern an und mit ihnen eine ganze Gesellschaft, die solche Geschichten zulässt. "Capernaum" ist eine Beschreibung biblischen Ursprungs, die sich vor allem im Arabischen und Französischen als Bild für einen Ort voller Chaos und Unordnung etabliert hat. Einen solchen Ort zeigt die libanesische Regisseurin Nadine Labaki (CARAMEL) in ihrer hochemotionalen Fabel. In visuell eindrucksvollen bewegenden Kinobildern erzählt CAPERNAUM – STADT DER HOFFNUNG von den abenteuerlichen Lebensumständen jener, die von einem besseren Leben träumen, aber in unserer Welt keine Chance haben. Mitreißend inszeniert legt Nadine Labaki die Mechanismen unglaublicher, sozialer Ungerechtigkeit offen und gibt denen eine Stimme, die im Schatten leben, oft ohne Ausweispapiere und Arbeitsmöglichkeiten. Ein Film von großer Empathie und Menschlichkeit. Der Film wurde beim Filmfestival in Cannes minutenlang mit stehenden Ovationen gefeiert und gewann den Preis der Jury und den Preis der Ökumenischen Jury. Er  ist auch für den Oscar als Bester Nicht-englischsprachiger Film nominiert. (n. Alamode Filmverleih ) 

 ( Trailer und Filmwebseite )

Quelle: Alamode Filmverleih

In Kooperation mit dem Thüringer Medien Bildungszentrum (TMBZ) :

Quelle: filmdienst

Donnerstag          28.03.

20.00 Uhr

Der Störenfried -

- Ermittlungen zu

  Oskar Brüsewitz

Dt. 1992, 94 Min., Buch u.

Regie: Thomas Frickel

Aus privaten Fotos, Briefen, Filmaufnahmen und Interviews mit Zeitzeugen formt der dokumentarische Film das Bild des evangelischen Pfarrers Oskar Brüsewitz aus Rippicha bei Zeitz, eines radikalen Christen in der DDR, der sich im August 1976 aus Protest gegen den die Glaubensfreiheit unterdrückenden Staat öffentlich verbrannte.

Die Obrigkeit spielte den Selbstmord des immer schon aufmüpfigen Geistlichen, der auch in seiner eigenen Gemeinde nicht unumstritten war, herunter. Partei und Staatsführung stellte seine Tat als die eines "Unnormalen" Menschen dar. Alle Versuche jedoch, die Kirche zur Distanzierung von ihrem sogenannten "Schwarzen Schaf" zu bewegen, scheiterten allerdings. Der Film vermeidet jede Heroisierung sowie jede vorschnelle Anklage der zögerlichen Weggefährten von damals. Durch seine Montage lockert er die Wortlastigkeit des Sujets auf und stellt aktuelle Bezüge zum Verhältnis Kirche und Staat her. (n. filmdienst)  

Filmemacher Thomas Frickel ist am Abend zum Gespräch zu Gast.