2026 - November
Donnerstag 05.11. 20°°
ALLE HASSEN JOHAN
Dt. 2025, 107 Min.
Regie: Paul Smaczny
Johan Grande erblickt das Licht der Welt auf der rauen norwegischen Insel Frøya. Die Grandes sind Außenseiter in dem kleinen Dorf. Johans Eltern waren Widerstandskämpfer, die bei der Besetzung Norwegens durch die deutsche Wehrmacht strategisch wichtige Brücken sprengten – auf eigene Faust und jenseits der offiziellen Parteistrategien. Nachdem die Eltern bei einer ihrer Sprengaktionen versehentlich umgekommen sind, lebt die Begeisterung für Explosionen in dem kleinen Johan weiter. Sie gibt ihm Halt, ebenso wie die Liebe zu seinem Wildpferd Ella und dem Nachbarsmädchen Solvor. Gemeinsam erproben er und Solvor Zündkörper und zaghaft auch die erste Liebe – bis es wieder zu einem explosiven Zwischenfall kommt...
(Quelle: Kairos Filmverleih) ( Trailer und Filmseite Verleih )
"Alle hassen Johan" erzählt mit Herz und mit viel schwarzem Humor die Geschichte eines liebenswerten Einzelgängers, der aufgrund seiner seltsamen Leidenschaft überall aneckt. Zeit seines Lebens kämpft er um die Verdienste seiner Eltern, um seinen Platz in der Gesellschaft und um die Liebe seines Lebens.
1982 wurde in Gera für die Arbeiterfestspiele eine Amateur-Showtanzgruppe gegründet – Werktätige, die mit Varieté, künstlerischem Tanz und Showballett auftraten und es sogar mehrfach ins DDR-Fernsehen schafften. Auf ihrem Höhepunkt 1987 tanzten sie den amerikanischen Broadwayfilm A Chorus Line nach und gaben dem Stück den Titel, der heute dem Film seinen Namen gibt: LIFE AND SHOW.
Die Regisseurin Katrin Rothe (u. a. zweifache Grimme-Preisträgerin) hat diese Geschichte in einer 60-minütigen Dokumentation festgehalten. Bei den Dreharbeiten selbst passierte etwas Unerwartetes: Die ehemaligen Tänzerinnen und Tänzer trafen sich wieder, trainieren seither erneut gemeinsam. Genau diese Energie des Wiederfindens ist der Ausgangspunkt für eine geplante Tour.
Life and Show fragt nicht nach dem großen politischen DDR-Narrativ. Der Film fragt nach dem, was zwischen Proben und Auftritten entstand: Freundschaft, Disziplin, kollektiver Stolz, ein Stück Selbstbestimmung im Rahmen sozialistischer Kulturpolitik. Erich Honecker wollte der Bevölkerung mehr Unterhaltung bieten – und schuf damit, gewollt oder nicht, Räume, die Menschen bis heute prägen. Was von dieser Zeit bleibt, ist mehr als Nostalgie. Es ist die Erkenntnis, was man gemeinsam leisten kann – und die Frage, warum solche Räume heute so schwer zu finden sind.
(Quelle: Katrin Rothe)